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Baby schreit wie am Spieß

Wenn ich an die ersten drei Monate zurückdenke, kann ich wirklich sagen, dass das  die schlimmste und nervenaufreibenste Zeit für mich war. Zusätzlich kam der ganze Bürokratische Kram an Belastung dazu. Amtsgänge waren keine Seltenheit und diverse Anträge mussten ausgefüllt und eingereicht werden. Auch mein emotionaler Stress mit dem Kindsvater färbte sicher zusätzlich auf den Kleinen ab. Ich denke, dass es Kinder spüren wenn es Ihrer Mutter nicht gut geht.

Ich wollte es perfekt machen. Meinem Kind die Probleme fernhalten und es schützen, den Haushalt gut führen, den Kleinen gut versorgen und ihn beschäftigen etc.. nur dabei ließ ich meine eigene Erschöpfung nach der Geburt, völlig außer Acht bzw nahm sie gar nicht so recht wahr. Und das tat mir und ihm nicht gut.

Er schrie oft und verzweifelt, wenn ich aufgestanden bin, um mir nur mal eben etwas zum Essen zu holen oder einfach nur kurz den Raum verlassen habe, er schrie sofort los. Eine warme Mahlzeit kochen ging in den ersten Wochen überhaupt nicht. Zudem hatte ich das Gefühl, das Kind hat Dauerhunger. Und das Stillen klappte die ersten Monate auch nicht gut. Diese Zeit war sehr belastend.

Ich weiß noch, dass es mir gut tat mit dem Kleinen raus zu gehen. Ich musste unter Leute. Unter Vertraute Menschen bei denen ich mich nicht verstellen musste und die mich auffingen. Das Alleinsein mit dem Kleinen und nicht zu wissen was er hat, setzte mir sehr zu. Versagensängste begleiteten mich täglich.

Sich selbst, als Mutter vertrauen

Rückblickend betrachtet denke ich, dass ich mich selbst zu sehr unter Druck gesetzt habe. Ich habe mich teilweise von fremden Menschen verrückt machen lassen in allen möglichen Situationen. Begann mich ständig zu rechtfertigen und habe oft an mir und meinen Fähigkeiten gezweifelt.

Heute weiß ich, dass jede Mutter es so gut macht wie sie kann. Und so macht sie es immer richtig. Endschleunigen ist wichtig, den Haushalt, Haushalt sein lassen. Sich Ruhepausen einrichten. Und sich mit Menschen umgeben die einen nicht noch zusätzlich belasten, denn Belastung haben wir genug.

Ich finde es fraglich ob immer Bauchschmerzen und Koliken an den Schreiattacken Schuld sein sollen.. Ob Globuli wirklich das Allheilmittel sind, oder nicht doch einfach nur Zucker, der das Kind beruhigt , aber vor allem die Mutter, die dadurch das Gefühl hat dem Kind helfen zu können. Nun das sei jedem selbst überlassen. Vielleicht hat das Kind aber auch einfach mit Weltschmerz, Entwicklungsschüben, Müdigkeit und Schlafproblemen zu kämpfen.

Mein Sohn schreit heute noch oft und kann mir immer noch nicht sagen was er hat. Meistens hilft es dann tatsächlich, ihn in den Schlaf zu singen und zu wiegen, ihm das Gefühl von Nähe, Ruhe und Geborgenheit zu vermitteln. Eine Mutter tut instinktiv das richtige

Das Baby verstehen

Ich habe ihn nie alleine gelassen. Es wurde tatsächlich nach den ersten drei Monaten so insgesamt besser. Wir haben uns kennengelernt und er hat so langsam den Ablauf begriffen. Babys wissen in der ersten Lebenszeit nicht mal das sie ein eigenes Individuum sind. Sie wissen nicht das sie einen Körper haben und die für mich hilfreichste Erkenntnis war, zu wissen, dass Babys nichts berechnen können. Sie können keine gemeinen Gedanken hegen oder etwas mit Absicht tun. Sie schreien weil sie verzweifelt sind und sie somit ihr blödes Gefühl zum Ausdruck bringen können. Das ist ihre einzige Möglichkeit Hilfe zu bekommen.

Es zerrt an den Nerven, diesem schreienden Häufchen Leben, das egoistisch und undankbar erscheint, scheinbar nichts recht machen zu können. Und ich fühle bei jeder Mutter mit, die verunsichert und am Ende ihrer Kräfte ist. Es wird besser. Und es hilft nur durchhalten.

In einer Ausnahmesituation, wenn ihr gar nicht mehr anders könnt, legt das Baby sicher auf den Boden und verlasst kurz den Raum, bevor Ihr dem Kind Gewalt antut. Schreit, zerstört irgendetwas, oder hört euch ein tolles Lied an, egal was. Aber nehmt euch kurz einen Moment und verlasst die Situation. Danach habt ihr neue Energie.

Baby schreit, mir hat geholfen

Bei uns hat auch geholfen alle 2 Stunden Ruhephasen einzubauen. Er hat sehr viel Schlaf gebraucht und es hat bei mir eine Weile gedauert das zu erkennen. Ich denke nicht das Babys zwangläufig Koliken und Bauchschmerzen haben. Es half bei uns kein Fliegergriff, kein SabSimplex, Wärmekissen und Co. Es half nur Ruhe und ganz viel Kuscheln und Geborgenheit.

Schreien tut den Babys nicht weh. Mit unter sind lange Schreiphasen durchaus normal. Dieses Wissen half mir durch die Schreiphasen. Ich habe ihn dann ganz fest gehalten und ihm leise und ruhig zu geredet. Er darf schreien. Er muss es vielleicht sogar um Druck und Stress abzubauen. Die Kleinen müssen erst mühevoll lernen was es heißt zu leben und ankommen in dieser Welt. Ihr seid die einzigen die sie haben. Die einzigen die ihnen Schutz geben. Euch vertrauen sie, nur bei euch, lassen sie sich fallen und schreien gehört dazu. Ihr leistet Großes.

Ich wünsche euch viel Kraft und Durchhaltevermögen!

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